Sobald es um hochwertigen Zahnersatz geht, haben Patienten heute die Qual der Wahl zwischen zwei etablierten Varianten. Die Zahnbrücke ist weit verbreitet, doch Zahnärzte empfehlen meist das Zahnimplantat. Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Varianten? Was müssen Sie als Patient im Vorfeld wissen? Hier erfahren Sie fünf unserer wichtigsten Argumente, warum das Zahnimplantat die bessere Alternative bei Zahnersatz ist.

Zahnimplantat oder Zahnbrücke: Was ist der Unterschied?

Die wichtigste Aufgabe von Zahnersatz ist, eine durch Zahnverlust entstandene Lücke mit einem möglichst natürlich wirkenden Ersatz aufzufüllen, der langlebig ist und Ihnen eine Lebensqualität wie mit einem echten Zahn zu ermöglichen.

Zwei Alternativen sind dafür momentan bekannt: die Zahnbrücke und das Zahnimplantat. Die erstere Version ist schon sehr lange etabliert, doch immense Fortschritte in der Materialforschung und Implantologie haben das Zahnimplantat in den letzten Jahren zur ersten Wahl von Zahnärzten gemacht.

Die Brücke erhält ihren Namen, weil der Zahnersatz zwischen zwei vorhandenen Zähnen eingefügt und von diesen getragen wird. Damit ist der Zahnersatz selbst nicht im Kieferknochen verankert, sondern sitzt – wie eine hölzerne Hängebrücke zwischen zwei Ufern – an den Eckpfeilern. Diese sogenannten Pfeilerzähne müssen für den Einsatz speziell vorbereitet und angeschliffen werden. Die Verblendung als Zahn-Imitat sitzt dabei je nach Brückenkonstruktion auf einem Metallgerüst oder die Brücke besteht vollständig aus Keramik.

Das Zahnimplantat wiederum steht für sich. Es besteht aus einer im Kiefer eingewachsenen Schraube aus einer hochwertigen Titanlegierung, auf die eine Krone aufgesetzt wird. Die Schraube ersetzt damit die natürliche Zahnwurzel weitestgehend. Die Nachbarzähne spielen bei dieser Methode keine Rolle.

Eine implantatgetragene Brücke erweitert dieses Konzept auf größere Lücken, in denen mehrere Zähne mit einer notwendigen Anzahl an Schrauben im Kiefer verankert werden. Hier wäre zum Beispiel das Bild einer modernen Betonbrücke passend, die ebenfalls auf mehreren Pfeilern stabil im Grund verankert ist. Schon aus dieser Brückenmetapher ergeben sich mehrere Gründe, die für das Zahnimplantat sprechen. Und diese schauen wir uns einmal genauer an.

Grund 1: Das Zahnimplantat kommt ohne Beschleifen der Nachbarzähne aus

Damit die Zahnbrücke Halt finden kann, reicht es nicht, sie einfach an den gesunden Nachbarzähnen anzubringen. Diese sogenannten Pfeilerzähne müssen ihrerseits beschliffen und überkront werden, um die sogenannten Ankerkronen der Brücke optimal anzupassen. Eine möglichst lange haltende Hängebrücke wird schließlich auch nicht einfach mit Seilen am nächsten Baum befestigt.

Eigentlich ist dieser notwendige Schritt ein vollständiger Widerspruch zum Erhaltungsgebot der Zahngesundheit. Denn mit dem Schleifen wird die Zahnsubstanz der Nachbarn angegriffen und erheblich reduziert. Derart beschliffene Zähne können anfälliger für Bakterien und Zahnerkrankungen sein. Das Schleiftrauma an diesen Zähnen erhöht auch das Risiko, dass später eine Wurzelbehandlung nötig wird.

Bei einem Zahnimplantat fällt dieser Schritt vollständig weg, schließlich ruht das Implantat auf eigenen Pfeilern, die dank Titanlegierung auch noch besonders stabil sind. Damit wird Ihre natürliche Zahnsubstanz in keiner Weise subtrahiert oder irritiert. Und das ist für uns als Zahnärzte einer der wichtigsten Faktoren.

Grund 2: Das Zahnimplantat ist in der Regel stabiler – für alle beteiligten Zähne

Es leuchtet ein, dass die Pfeilerzähne bei einer Zahnbrücke nicht nur durch das Beschleifen in Gefahr sind. Sie sind auch hohen und an sich unnatürlichen Kräften durch die Brückenkonstruktion ausgesetzt. Sie müssen mit dem Druck auf sich selbst und der Beanspruchung durch die Prothese zurecht kommen. Das stellt hohe Ansprüche an die Stabilität der Pfeiler und zwingt auch zu einer ausgeklügelten Statik der Brücke selbst. Denn auch sie muss die Kräfte, die im täglichen Leben auf sie einwirken, aushalten können. Dazu gehören zum Beispiel mechanische Kräfte beim Essen.

Daraus entsteht zwangsläufig ein gewisser Balanceakt, den Zahnimplantate nicht vollführen müssen. Der Zahnersatz ruht hier auf einer stabilen Implantatschraube, die genauso wie die ursprüngliche Zahnwurzel mit den einwirkenden Kräften umgeht. Es gibt also beispielsweise praktisch keinen Unterschied zwischen dem Essen mit einem natürlichen Zahn und dem Essen mit einem Zahnimplantat.

Diese Simulation der Natur sorgt dafür, dass das Gebiss fast genauso stabil wird wie mit einer Reihe gesunder, natürlicher Zähne. Und wiederum steht die Stabilität der Nachbarzähne hier überhaupt nicht zur Debatte. Das schlägt sich insgesamt nicht nur im Tragekomfort nieder, sondern sorgt auch dafür, dass Sie mit Ihrem Zahnimplantat genauso hervorragend und frei leben können wie mit gesunden Zähnen.

Übrigens qualifizieren sich meist nur wirklich gesunde Zähne als Pfeilerzähne. In einigen Fällen können auch wurzelbehandelte Zähne nach vorheriger intensiver Behandlung diese Aufgabe übernehmen. Sollten aber die Nachbarn der Zahnlücke ungeeignet sein, muss sich Ihr Zahnarzt im Falle einer Zahnbrücke sowieso direkt nach einer anderen Lösung umschauen.

Bei einem Zahnimplantat stellen sich diese Fragen nicht. Sie werden höchstens durch Fragen nach der allgemeinen Gesundheit des Patienten ersetzt. Lesen Sie hierzu mehr im Ratgeber „Entzündung bei Zahnimplantaten“.

Grund 3: Das Zahnimplantat wirkt dem Knochenschwund entgegen

Unser Körper ist auf Effektivität und Effizienz programmiert. Er nutzt nur, was er wirklich braucht. Und das kann Ihnen bei einer Zahnbrücke zum Verhängnis werden:

Wenn die natürliche Zahnwurzel aus dem Kieferknochen verschwindet, verliert der Knochen an dieser Stelle nach und nach an Substanz. Denn der Körper ist der Meinung, dass der Knochen seine Funktion als Verankerung verloren hat und baut die Bestandteile über Jahre hinweg ab.

Die Zwischenglieder einer Brücke liegen im Allgemeinen nicht auf und üben so auch keinen Druck auf den Kieferknochen aus, der dem Körper einen Bedarf an dessen Funktion melden könnte. Bei einem Zahnimplantat übt die Schraube als künstliche Zahnwurzel permanent diese Signalwirkung aus.

Grund 4: Zahnimplantate müssen umsichtig gepflegt werden – wovon Sie profitieren

Das Gebilde einer Zahnbrücke aus Metallgerüst, Verblendung, Anker und Kronen stellt besondere Herausforderungen an die Mundhygiene, die Sie bei einem Zahnimplantat noch intensiver beachten müssen. Doch was wie ein Nachteil klingt, entpuppt sich schnell als großer Vorteil.

Insbesondere das Säubern der Zahnzwischenräume erfüllt die wichtigste Voraussetzung für eine moderne Zahnpflege und ist bei einem Implantat essentiell. Und diese Zahnzwischenräume stehen bei der Solo Prophylaxe besonders im Mittelpunkt. Mehr zu diesem Konzept erfahren Sie im Ratgeber Solo Prophylaxe.

Wenn Sie sich der Mundhygiene beim Zahnimplantat intensiv widmen, heißt dies fast zwangsläufig auch, dass Sie bei Ihren eigenen Zähnen die gleiche Sorgfalt walten lassen. So entfernen Sie Bakterien und Beläge im gesamten Mund gründlicher und erhalten so die natürliche Zahngesundheit.

Das wiederum senkt den Folgebedarf an zahnärztlichen Behandlungen und erhöht auch die Lebensdauer des Zahnimplantats. Dabei empfehlen wir in jedem Fall, auch die regelmäßige professionelle Zahnreinigung sowie Kontrolltermine wahrzunehmen. Weil Zahnimplantate eine engmaschigere Fürsorge verlangen, werden so andere Erkrankungen entweder verhindert oder so frühzeitig von Ihrem Zahnarzt in Koblenz erkannt, dass tiefergehende Probleme gar nicht erst auftreten.

Grund 5: Zahnimplantate rechnen sich

Initial gesehen ist ein Zahnimplantat in der Regel teurer als eine Zahnbrücke, vor allem wenn sie hier die eher einfachen Ausführungen wählen. Daran können und wollen wir als transparent arbeitende Zahnarztpraxis auch nichts schönrechnen.

Allerdings beziehen wir bei der Kostenfrage auch immer die Langzeitfaktoren mit ein. Hier geht es uns einerseits um die erhöhte Haltbarkeit von Zahnimplantaten gegenüber Brücken. Da keine unnatürlichen Kräfte einwirken, der Zahnersatz auf einer fest verwachsenen Schraube sitzt und Nachbarzähne nicht beansprucht werden, erreichen Zahnimplantate im Optimalfall die Lebensdauer eines gesunden Zahns.

Gerade bei jüngeren Patienten verteilen sich die Initialkosten also auf eine sehr lange Nutzungsdauer, welche bei einer Zahnbrücke eingeschränkt ist. Diese beträgt über den Daumen gepeilt rund zehn Jahre. Dann muss erneuter Ersatz her – was wiederum Folgekosten nach sich zieht.

Andererseits ermöglicht Ihnen ein Zahnimplantat eben auch alle Aspekte einer sorgfältigen Mundhygiene. Und das wiederum senkt ebenso deutlich die Kosten, die durch eine Behandlung von typischen Zahnerkrankung notwendig werden würden.

Was sollten Sie zu Zahnimplantaten noch wissen?

Es spricht für unsere Überzeugung hinsichtlich der Implantat-Methode, dass wir auch bei größeren Lücken immer auf die Stabilität der Titanschraube setzen. Allerdings wollen wir Sie auch darauf hinweisen, worauf Sie sich bei einem Zahnimplantat einstellen müssen.

Denn damit die künstliche Zahnwurzel fest im Kieferknochen verankert sitzen kann, benötigt sie eine Einheilungsphase. Diese kann mehrere Monate betragen. Für diese Zeit kann es je nach Position empfehlenswert sein, ein Provisorium aufzusetzen, das die Lücke optisch schließt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine Versorgung mit einem Implantat wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als eine Brücke. Während für die Brücke nur etwa zwei Wochen Behandlungszeit einzurechnen sind, dauert es mehrere Monate, bis das Implantat voll „funktionsfähig“ ist – je nach Position im Mund. Im Unterkiefer beträgt die Zeit vier bis sechs Monate, im Oberkiefer müssen Sie von sechs bis neun Monaten ausgehen. Dieser doch recht große Unterschied muss aber immer in Hinblick auf die zahlreichen Vorteile des Zahnimplantats beurteilt werden.

Auch ist ein Zahnimplantat mit einem chirurgischen Eingriff verbunden. Dies kann für manche Patienten eine physische und psychische Herausforderung darstellen – vor allem, wenn sie körperliche Erkrankungen haben. Darum kümmern wir uns im Vorfeld auch stets intensiv um die Beratung und Voruntersuchungen und sprechen alle Vorteile und Risikofaktoren mit Ihnen durch.

Auch lassen wir Sie natürlich im gesamten Behandlungszeitraum nicht allein und kümmern uns in zunächst engmaschigeren Kontrollterminen darum, dass Sie keinerlei Beschwerden mit Ihrem Zahnimplantat haben.

Was Sie von einem Zahnimplantat bei dental-fit erwarten dürfen und müssen, klären wir am besten persönlich in einem umfassenden Beratungstermin. Selbstverständlich klären wir Sie dabei zu allen Kostenfragen und Ihren Alternativen auf. Nur, wenn Sie perfekt informiert sind, können Sie auch eine treffsichere Entscheidung zur Frage „Zahnbrücke oder Zahnimplantat?“ treffen.

Ihre Zahnarztpraxis in Koblenz