Teil 2

Inhalt

Können die Folgen des Rauchens für das Zahnimplantat durch Prophylaxe gemildert werden?

 

Viele Raucher legitimieren ihren Konsum auch angesichts medizinischer Nachteile und Komplikationen dadurch, dass sie bei entsprechenden Gegenmaßnahmen umsichtiger ans Werk gehen. Oder einfacher gesagt: Es besteht der Irrglaube, dass eine sorgfältige Prophylaxe und engmaschige Kontrolltermine schon dafür sorgen werden, dass die Folgen des Rauchens für das Zahnimplantat gering und handhabbar bleiben.

Diese Annahme stellt sich in vielerlei Hinsicht als falsch heraus. Zwar stimmt es, dass eine umsichtige Prophylaxe insbesondere am Zahnimplantat die Anzahl krankheitserregender Mikroorganismen erheblich senkt. Dafür empfehlen wir als erfahren Zahnärzte in Koblenz die revolutionäre Solo Prophylaxe.

Dieses Konzept nimmt insbesondere die Zahnzwischenräume in den Fokus, in denen nahezu alle Erreger einer Erkrankung des Zahnhalteapparats zu finden sind. Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Solo Prophylaxe.

Diese umsichtige Fürsorge ändert aber nichts an der Tatsache, dass Ihre Durchblutung durch das Rauchen vermindert ist. Auch gegen die Schwächung des Immunsystems sowie gegen die Speichelveränderung usw. kommen Sie von außen nicht an.

Es braucht manchmal nur eine kleine mechanische Irritation, um das Gewebe im Mund auf fast unsichtbarer Ebene zu verletzten. Ein völlig intaktes Immunsystem hätte diese Gefahr sofort unter Kontrolle. Die Abwehr eines Rauchers jedoch nicht. Die verzögerte Wundheilung, selbst im kleinstmöglichen Umfang, hält das Einfallstor für Krankheitserreger länger offen.

Auch bei einer höchst umsichtigen Pflege braucht es dabei nur eine minimale Erregeranzahl, um eine Krankheit in Gang zu setzen. Und der Mund ist keineswegs aseptisch, sondern besitzt immer eine gewisse Anzahl an Mikroorganismen, die für das körperliche Gleichgewicht notwendig sind und keine Probleme verursachen. Unter den richtigen Umständen werden diese Erreger allerdings pathogen, also krankheitserregend.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Mikroorganismen von der Mundoberfläche, wo sie hingehören, ins Gewebe eindringen – wo sie nichts zu suchen haben und vom Körper als Gefahr erkannt werden. Gerade im Inneren des Gewebes fühlen sich Bakterien jedoch pudelwohl und beginnen, sich stark zu vermehren. Die Gefahr für den Körper wird also immer größer, doch hat er bei Rauchern kaum alle Instrumente zur Hand, um sich gegen sie zu wehren.

Außerdem müssen Sie bedenken, dass Raucher öfter Karies und andere Zahnerkrankungen aufweisen, die sich bei Nichtrauchern nicht nur durch die Solo Prophylaxe, sondern auch durch professionelle Zahnreinigungen und die Kontrolltermine bei Ihrem Zahnarzt in Koblenz relativ leicht vermeiden lassen.

Auch Raucher sollten diese Serviceangebote regelmäßig nutzen, nur ist hier der Effekt eben von vornherein abgesenkt, was dazu führt, dass Sie ein engmaschigeres Kontrollnetz und mehrere Termine für die professionelle Zahnreinigung im Jahr benötigen. Das alles gilt sowieso noch mehr, wenn Sie ein Zahnimplantat tragen.

Die Krankenkassen übernehmen jedoch meist nur eine Zahnreinigung pro Jahr, für den Rest müssen Sie selbst aufkommen. Bei Rauchern geht die Vermeidung der Folgen des Rauchens für den Zahn also nicht nur ins Geld, sondern nimmt auch erheblich mehr Zeit in Anspruch.

 

Zahnimplantat und Rauchen – Wann wird es Zeit, aufzuhören?

 

Auch wir Mediziner sind uns bewusst, dass der Rauchstopp für Langzeitraucher keine leichte Aufgabe ist. Insbesondere das Nervengift Nikotin erzeugt eine körperliche Abhängigkeit. Schwerer aufzugeben ist allerdings häufig die psychische Abhängigkeit vom Rauchen.

Denn viele Raucher assoziieren die Zigarette mit Entspannung, Stressabbau und einer sozialen Komponente. Diese Mechanismen haben sich so sehr eingeprägt, dass die Lust nach einer Zigarette gerade in Stresssituationen alle guten Vorsätze über den Haufen werfen kann.

Wenn der Zahnarzt die Diagnose stellt, dass ein Zahnimplantat notwendig wird, beginnt genau dieser Stress für die Patienten. Denn trotz aller Aufklärung und trotz der Routine, die erfahrene Zahnärzte mit dieser Behandlung haben, ist sie für den Patienten eine völlig neue Situation und stellt ihn vor viele Herausforderungen.

Erst jetzt mit dem Rauchen aufzuhören, eben weil die Vernunft und der Zahnarzt dringend dazu raten, ist also eigentlich der falsche Zeitpunkt. Denn wer versucht, sich den Glimmstängel in Ausnahmesituationen abzugewöhnen, wird schneller wieder schwach.

Spätestens, wenn sich Patienten in der Mitte der Einheilungsphase grundsätzlich wieder wohler fühlen oder um andere Stressfaktoren kümmern müssen, ist der Wunsch nach einer Zigarette schnell wieder da.

Die besten Erfolgsaussichten haben Sie also – wenig überraschend – wenn Sie sofort aufhören bzw. den Entwöhnungsprozess einleiten, während Sie noch nicht einmal an Zahnimplantate denken. Vergessen Sie nicht: Als Raucher ist Ihr Risiko, bestimmte Zahnkrankheiten zu bekommen, die später ein Zahnimplantat nötig machen, sowieso schon um ein Vielfaches höher!

Auf körperlicher Ebene ist der kurzfristige Rauchstopp vor dem Zahnimplantat zwar wichtig, aber leider auch nur von mäßigem Erfolg gekrönt. Denn sowohl das Gewebe als auch die Immunabwehr und letztendlich alle beteiligten Faktoren benötigen Zeit, um sich zu normalisieren. In besonders schweren Fällen reden wir von einer Regenerationszeit über mehrere Jahre.

Dennoch: Jeder Tag, den Sie rauchfrei vor, während und nach der Implantation verbringen, ist bereits ein wichtiger Schritt, um die typischen Raucherrisiken für Zahnimplantate zu senken. Insbesondere in der kritischen Einheilungsphase ist ein möglichst weitgehender Rauchstopp der minimale Konsens, auf den Sie sich einlassen sollten.

Auch wir sind uns indes bewusst, dass höhere Risiken nicht unbedingt bedeuten, dass der Ernstfall eintreten muss. Aber es braucht gar nicht erst die Warnbilder auf Tabakverpackungen oder Artikel wie diesen, um die allumfassenden Gefahren des Rauchens vernünftig einzuschätzen. Ein kurzer Blick in einschlägige Krankheitsstatistiken reicht.

 

Kommt ein Zahnimplantat für Raucher überhaupt infrage?

 

Angesichts all dieser Angaben ist es nur nachvollziehbar, dass sich viele Patienten fragen, ob ein Implantat für Raucher überhaupt infrage kommt bzw. ob der Zahnarzt diese Behandlung nicht von Anfang an ausschließen wird.

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Bevor wir in unserer Zahnarztpraxis in Koblenz überhaupt den ersten Schritt zum eigentlichen Implantat wagen, steht erst einmal eine genaue Anamnese sowie eine intensive Aufklärung zu den Risiken und Chancen der Behandlung auf dem Plan.

Sollte der Zahnarzt dabei feststellen, dass Sie als Patient in Folge des Rauchens viel zu viele Risikofaktoren aufweisen, um eine hervorragende Einheilung und Stabilität des Zahnimplantats zu gewährleisten, werden sowieso andere Möglichkeiten des Zahnersatzes in Betracht gezogen. Dazu gehören zum Beispiel Brücken.

Diese Alternativen sind zwar im Vergleich zum Implantat wesentlich weniger langlebig. Doch kann ein erfahrener Mediziner ein Implantat eben nur empfehlen, wenn die Chancen für einen Behandlungserfolg gut stehen.

Auch wenn sich viele Folgen des Rauchens direkt an den Zähnen und im Mundraum ablesen lassen, sollten Sie Ihrem Zahnarzt gegenüber immer schonungslos ehrlich über Ihren Tabakkonsum sein.

Wie viel rauchen Sie pro Tag? Wie lange rauchen sie schon? Wie steht es um Ihre körperliche Gesundheit? Leiden Sie oft an Erkältungen? – All das sind Fragen, die Sie in Ihrem eigenen Interesse offen und präzise beantworten oder im Vorfeld mit anderen Medizinern abklären sollten.

Denn wird ein Risikopotential falsch beurteilt und daraufhin ein Zahnimplantat eingesetzt, dann sehen wir uns wahrscheinlich auf dem Zahnarztstuhl wieder – und zwar nicht zur Nachkontrolle, sondern um ein teures Zahnimplantat mit hohem Aufwand zu bearbeiten, zu entfernen oder durch geeignetere Alternativen zu ersetzen.

Gibt der Zahnmediziner aber grundsätzlich grünes Licht für das Implantat, müssen sich Raucher unter Umständen auch darauf einrichten, dass vor dem Einsetzen erst einmal umfassende Knochenaufbaumaßnahmen durchgeführt werden, die für die feste Verankerung sorgen. Auch dies ist von Patient zu Patient unterschiedlich und nicht nur auf Raucher beschränkt. Doch auch hier ist die Anzahl der davon betroffenen Personen statistisch wiederum größer.

 

Rauchstopp für das Zahnimplantat – Wie kann ich es schaffen?

 

Theoretische Ratschläge zum sofortigen Rauchstopp bringen Patienten meist erst einmal nicht weiter. Schließlich ist die Rauchentwöhnung ein langer Prozess, der mit gewissen Hürden und Rückschlägen verbunden sein kann.

Darum geben auch wir Zahnärzte immer wieder den Rat, das Aufhören mit Vernunft und klugen Hilfsmitteln anzugehen. Ein solches Hilfsmittel können Nikotinpflaster aus der Apotheke sein, die Sie insbesondere in der kritischen Einheilungsphase zur Minderung des Rauchverlangens einsetzen können.

Von Kaugummis oder ähnlichen Produkten raten wir hingegen dringend ab. Denn sie transportieren Nikotin als einer der heilungsverzögernden Faktoren direkt zum Gewebe am Implantat und im gesamten Mundraum. Die Pflaster nehmen den Weg durch die Haut ins Blut, wodurch nicht mehr so viel des Nervengiftes derart konzentriert an der Wunde ankommt.

Allerdings sollten Sie zwingend auf unseren Rat zum Einsatz solcher Ersatzprodukte hören, vor allem, was die Häufigkeit und die geeigneten Aufklebestellen betrifft. Übrigens: Das Kaugummi-Verbot gilt auch für alle Nichtraucher, die ihr Implantat schnell und in Ruhe einheilen lassen wollen. Denn dieses Kauen ist auch eine starke mechanische Belastung, die das Einwachsen behindert.

Am besten ist es, wenn Sie sich der Herausforderung Rauchstopp spätestens dann stellen, wenn klar ist, dass Sie sich ein Implantat einsetzen lassen wollen. Von der Diagnose über die Beratung bis zur tatsächlichen Umsetzung vergeht einige Zeit. Diese können Sie für sich nutzen. So gehen Sie ohne die ärgsten körperlichen Entzugserscheinungen in den eigentlichen Implantierungs-Prozess und stehen auch die Einheilungsphase ohne körperliche Entzugssymptome durch. Gegen die seelischen Faktoren hilft nur, was auch andere werdende Nichtraucher einsetzen:

Ablenkung, Unterstützung von Freunden und ein Bewusstsein dafür, warum Sie diesen Schritt überhaupt gehen. Der heißt in diesem Fall: Sie wollen lange etwas von Ihrem durchaus kostenintensiven Implantat haben und ein entspanntes Leben ohne ständige Besuche beim Zahnarzt führen!

 

Kann ich auf die E-Zigarette zurückgreifen?

 

Die E-Zigarette bzw. sogenannte „Vapor“ gelten seit einiger Zeit als gesündere Alternative zur klassischen Zigarette. Die Dehnbarkeit des Wörtchens „gesünder“ lassen wir in diesem Zusammenhang einmal dahingestellt. Fest steht nur, dass in E-Zigaretten kein Tabak verbrannt wird, bestimmte Verbrennungsprodukte hier also nicht auftreten.

Bei einer E-Zigarette wird ein Gemisch aus Nikotin, Glycerin und Aromen zu Dampf erhitzt, der auf die gleiche Art in den Körper gelangt wie der übliche Zigarettenrauch. Als besonders problematisch ordnen viele Forscher die verwendeten Aromen ein, die zum Beispiel im Verdacht stehen, körperliche Proteine so zu verändern, dass sie Antikörper bilden, die das eigene Gewebe angreifen.

So soll der Dampf insbesondere die Zellen in der Mundschleimhaut zerstören und damit die „direkte Immunabwehr“ im Mund empfindlich herabsetzen. An der Schädlichkeit des Toxins Nikotin ändert sich natürlich auch beim „Dampfen“ nichts.

Damit dürfte auch klar sein, dass wir vom Griff zur E-Zigarette bei einem Zahnimplantat genauso abraten wie vom Griff zum klassischen Glimmstängel. Denn hier tauschen sie das eine Gefahrenpotential nur durch ein anderes aus – und die schlimmen Ergebnisse können am Ende gleich sein.

 

Risikofaktor Rauchen für das Zahnimplantat – ein Überblick

 

Als erfahrener Zahnarzt in Koblenz sind wir bei dental-fit jederzeit für alle Ihre Fragen zur Stelle. Das gilt auch, wenn Sie erst einmal herausfinden wollen, ob Sie als Raucher für ein Zahnimplantat infrage kommen oder welche Folgen das Rauchen für Ihre Zahngesundheit hat.

Hilfe zum endgültigen Rauchstopp finden Sie bei vielen Beratungsstellen und entsprechenden Vereinen. Wir kümmern uns derweil darum, dass Sie bestens informiert und medizinisch fundiert den Weg zu Ihrem Zahnimplantat gehen können.

Dazu ist es auch nötig, dass sie die Gefahren des Rauchens für das Zahnimplantat ungeschönt kennen:

  • Herabgesetzte Leistung von Immunsystem, Durchblutung, Gewebeversorgung
  • Höheres Risiko für Parodontalerkrankungen, Karies und Co. als Kontraindikationen für ein Zahnimplantat
  • Verzögerte Wundheilung sowie steigendes Risiko für Komplikationen in der Einheilungsphase
  • Höheres Risiko für eine Periimplantitis auch lange nach der Einheilungsphase
  • Fünf- bis zehnfaches höheres Risiko des Implantatverlusts bei fortgesetztem Rauchen

Sollten Sie dazu noch Fragen haben oder suchen Beratung zur Solo Prophylaxe, zur professionellen Zahnreinigung oder anderen Service-Leistungen, vereinbaren Sie gern einen Termin bei dental-fit, Ihrem Zahnarzt in Koblenz!