Teil 1

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Rauchen bei Zahnimplantaten – Das sollten Sie beachten

 

Zahnärzte– wie alle Mediziner – sind für ihre deutliche Meinung zum Thema Rauchen bekannt. Und jeder Raucher ist sich sicherlich darüber bewusst, welche negativen Auswirkungen der Glimmstängel auf den Körper hat. Es braucht also sicher keinen x-ten allgemeinen Ratgeber zum Thema Gefahren des Rauchens, um Sie davon zu überzeugen, dass eine Zigarette nie eine gute Idee ist.

Doch spätestens, wenn Sie sich als Raucher für ein modernes Zahnimplantat als Zahnersatz entscheiden möchten, sollten Sie diesen Ratgeber ganz genau lesen. Denn unsere Meinung ist in diesem Fall noch eindeutiger: Wer trotz Zahnimplantat weiter raucht, könnte das Geld genauso gut zum Fenster hinaus werden.

Hier erklären wir die Folgen von Nikotin und Co. für das Implantat, die Zähne und nicht zuletzt Ihre gesamte Zahngesundheit. Außerdem geben wir Ihnen ein paar Tipps, wie Sie möglichst sanft für ein Zahnimplantat zum Nichtraucher werden.

 

 

Welche Auswirkungen hat Rauchen auf die allgemeine (Zahn-)Gesundheit?

 

In einem Wölkchen Tabakrauch stecken ungefähr 9.600 chemische Verbindungen – zumindest sind so viele bisher von der Wissenschaft identifiziert. Während längst nicht alle Stoffe schädlich sind, reicht das Gefahrenpotential von bekannten Bestandteilen wie Blausäure, Benzol, Nikotin und Kohlenstoffmonoxid doch aus, um den Körper bei jedem Zug in Gefahr zu bringen.

Der Mundraum mit seiner durchlässigen und aufnahmefreudigen Schleimhaut ist dabei schon allein durch den Vorgang des Rauchens stets an vorderster Front und initial am stärksten den Gefahrstoffen ausgesetzt. Womit sich das Mundraum-Gewebe nicht sofort auseinandersetzen muss, hat später über die körperlichen Reaktionen auf die Giftstoffe wiederum direkte Folgen für die Zahngesundheit.

Deutlich sichtbar sind die gelblichen Verfärbungen auf einem typischen Rauchergebiss, wo sich Rückstände aus dem Tabakrauch auf der Zahnoberfläche ablagern bzw. den Zahnbelag verfärben. Dies mag zunächst nur wie ein kosmetisches Problem wirken, dass sich mit einer entsprechenden professionellen Zahnreinigung und guter Mundhygiene lösen ließe. Es ist aber ein Zeichen für tiefergehende Auswirkungen.

Das liegt einerseits an der veränderten Speichelzusammensetzung durch Tabakrauch. Die Mundschleimhaut ist von zahlreichen großen und kleinen Drüsen durchzogen, die für die Speichelproduktion verantwortlich sind.

Der Speichel übernimmt viele Aufgaben in einem gesunden Mund, transportiert er doch unter anderem auch schädliche Erreger und Mikroorganismen ab, die sich durch Essen und eine mangelnde Mundhygiene auf Zähnen und Zahnfleisch ablagern können. Werden diese Mikroorganismen nicht mit Speichel-Unterstützung entfernt, bilden sie einen festen Film, der sich zu Zahnstein verhärten kann. So entstehen Erkrankungen wie Parodontitis. Zudem erhöht eine hohe Bakterienzahl die Wahrscheinlichkeit, dass ein Zahn von Karies befallen wird.

Bereits der Rauch einer Zigarette ist in der Lage, den Speichel nachteilig zu beeinflussen. Erstens reichern sich im Speichel krebserregende Substanzen an. Zweitens ist die körpereigene Reinigungsflüssigkeit nicht mehr in der Lage, im selben Maße wie bei einem gesunden Nichtraucher Erreger von den Oberflächen abzutransportieren. Viele Raucher müssen sich mit Mundtrockenheit auseinandersetzen, was deutlich zeigt, dass die Drüsen nicht mehr im vollen Umfang produzieren. Aber auch der veränderte Aufbau des Speichels durch das Rauchen ist dafür verantwortlich, dass die konstante Reinigungsleistung deutlich abnimmt.

Darum ist es nicht weiter verwunderlich, dass Karies, Zahnstein und Parodontitis bei Rauchern statistisch etwa doppelt so häufig auftreten wie bei Nichtrauchern. Auch daraus folgende Erkrankungen wie Zahnwurzelentzündungen und Kieferzysten sind unter Rauchern stärker verbreitet. Näheres zu diesen Erkrankungen erfahren Sie im Ratgeber Zahnerkrankungen.

Das Toxin Kohlenstoffmonoxid als ein wesentlicher Bestandteil des Tabakrauchs bindet sich indes direkt an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin – und zwar so fest, dass die einzelnen Blutkörperchen anschließend weniger in der Lage sind, Sauerstoff zu transportieren.

Eine schlechte Durchblutung ist damit ebenfalls eine typische Raucher-Krankheit, die sich auch direkt auf den Mundraum auswirkt. Insbesondere das Zahnfleisch sowie das Knochengewebe und das Zahninnere werden dadurch weniger optimal mit Nährstoffen und eben Sauerstoff versorgt. So verlieren diese Bestandteile an Widerstandskraft, sind anfälliger für Krankheitserreger, benötigen mehr Zeit für die Wundheilung und reagieren auch schneller mit Entzündungen und kleinen Verletzungen.

Das Neurotoxin Nikotin gelangt als Bestandteile des Tabakrauchs zu etwa fünf Prozent direkt über die Mundschleimhaut in den Körper, die restlichen 95 Prozent werden über die Lunge aufgenommen. Nikotin hat neben anderen Eigenschaften auch direkte Auswirkungen auf die Knochensubstanz. Denn es entzieht ihr Kalzium, was zum Abnehmen der Knochendichte führt. Dies äußert sich nicht nur in Osteoporose, sondern stellt auch eine besondere Gefahr für den Kiefer und später das Zahnimplantat dar.

Kurz gesagt haben Krankheitserreger bei Rauchern also leichtes Spiel, um die Zahn- und Zahnfleischsubstanz anzugreifen, Entzündungsreaktionen und Löcher hervorzurufen. Im Zusammenspiel mit dem Zucker aus der Nahrung, der Benzin für die Bakterientätigkeit ist, und einer vielleicht nicht ganz optimalen Mundhygiene steigt das Risiko immer weiter.

All diese Voraussetzungen sind schon bei einem ansonsten gesunden Gebiss mehr als eine bloße Herausforderung für den Körper. Geht es um ein Zahnimplantat, reden wir noch einmal von ganz anderen Dimensionen.

 

Raucher als Risikopatienten – nicht nur bei Zahnimplantaten

 

Bevor wir uns der speziellen Gefahrenlage rund um ein Zahnimplantat widmen, wollen wir kurz noch einmal darauf eingehen, warum Raucher für Zahnärzte immer zur Risikogruppe gehören. Denn der Griff zur Zigarette muss in vielen Fällen mit einigen weiteren Faktoren verbunden werden, die das Immunsystem nachhaltig schwächen und so auch spätere Behandlungen wie eben das Zahnimplantat wesentlich erschweren können.

Dazu gehört insbesondere eine unerkannte bzw. unbehandelte Parodontitis. Dabei handelt es sich um eine tief gehende Erkrankung des Zahnhalteapparats, der für die Verankerung eines Zahns im Mund sorgt. Diese Aufgabe kann er nur erfüllen, wenn er über gesundes Zahnfleisch (Gingiva), einen intakten Kieferknochen sowie gesunden Zahnzement verfügt.

Bei einer Parodontitis werden diese Elemente nach und nach durch entsprechende Krankheitserreger aufgeweicht und zerstört. Doch das müssen Sie nicht unbedingt schnell bemerken. Häufig geht der Parodontitis eine sogenannte Gingivitis voraus.

Diese oberflächliche Entzündung des Zahnfleischs ist an sich harmlos und heilt bei einem intakten Immunsystem und umsichtigen Eingreifen schnell und problemlos wieder ab. Das Problem ist indes, dass sich durch die Gingivitis Krankheitserreger in das Innere des Zahnhalteapparats vorarbeiten können und ihr Werk dort unbemerkt beginnen, während an der Oberfläche schon längst wieder alles im grünen Bereich ist.

Die Chancen dafür sind bei Rauchern umso größer, eben weil die Wundheilung verzögert und das Immunsystem nicht optimal auf die Abwehr eingerichtet ist. Dann können Parodontitis-Erreger problemlos vordringen und sich noch schneller vermehren. Ist die Kiefersubstanz durch mangelnde Nährstoffversorgung sowieso schon angegriffen, steigt auch die Möglichkeit, dass der Zahnverlust durch Parodontalerkrankungen schneller und häufiger droht als bei Nichtrauchern.

Eine solche Parodontalerkrankung ist auch dann noch ein Gefahrenpotential für ein späteres Zahnimplantat, wenn sie weit zurückliegt und damals mit guten Ergebnissen behandelt wurde. Denn solche Erkrankungen hinterlassen immer ihre Spuren, der Körper ist später nie so „voll funktionsfähig“ wie vorher. Das gilt in diesem Fall besonders für die Gewebesubstanz. Kommt dann noch das Rauchen hinzu, können Sie auch hier wieder mehr Risiko dazurechnen.

Besonders gefährdet für viele Erkrankungen sind außerdem rauchende Patienten, die Medikamente einnehmen müssen, die das Immunsystem künstlich schwächen. Diese Immunsuppresiva kommen bei Rheuma, schwerem Asthma oder Multipler Sklerose zum Einsatz.

Das Rauchen als zusätzlicher Faktor könnte hier wiederum das Fass schnell zum Überlaufen bringen. Und das gilt in jeder Hinsicht dann, wenn Sie sich ein Zahnimplantat einsetzen lassen wollen.

 

Rauchen in der Einheilungsphase

 

Bei einem Zahnimplantat und der Gefahr durch das Rauchen geht es nicht nur um das Implantat selbst, sondern auch um die Behandlung, die dafür nötig ist. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Zahnimplantat oder Brücke.

Ein modernes Zahnimplantat ist in jedem Fall einem natürlichen Zahn sehr ähnlich. Es besteht aus einer Titanschraube, die als Zahnwurzelersatz in den Kiefer einwachsen muss – dieses Bauteil ist das eigentliche Implantat. Darauf wird eine Krone aufgesetzt, die in Aussehen, Beständigkeit und Alltagstauglichkeit sehr nah an die natürliche Zahnsubstanz heranreicht. Wie dieser Zahnersatz aussieht und bei dental-fit angepasst wird, erfahren Sie im Ratgeber Zahnersatz im Expressmodus.

Ein Zahnimplantat steht – im Gegensatz zur Brücke – also ohne weitere Verankerung an Nachbarzähnen für sich im Kiefer und erreicht bei guter Pflege Haltbarkeiten, die an den eigenen, gesunden Zahn heranreichen können.

Bis es soweit ist, und sie alle Vorteile eines Zahnimplantats genießen können, benötigen Patienten allerdings Geduld. Für das Einsetzen des Implantatträgers in den Kiefer ist immer ein chirurgischer Eingriff notwendig, an den sich eine sogenannte Einheilungsphase anschließt. Diese beträgt im Unterkiefer vier bis sechs Monate, im Oberkiefer dauert es sechs bis neun Monate.

In dieser Zeit muss das Implantat fest mit dem umliegenden Kieferknochengewebe verwachsen, um die nötige Stabilität zu erhalten. Direkt nach dem Einsetzen des Implantats befindet sich an dieser Stelle natürlich verwundetes Gewebe, das der Körper zunächst schnell zu heilen versucht, bevor er sich an den Substanzaufbau um die Implantatschraube macht.

Eine Wunde – ob nun oberflächlich oder innerlich, ob nun leicht oder schwer – ruft immer auch das Immunsystem auf den Plan. Denn gerade jetzt ist der Körper direkt um die Wunde herum sehr anfällig für das Eindringen von Krankheitserregern, die bei gesunden Nichtrauchern mit voller Kraft und schnellen Ergebnissen abgewehrt werden können.

Das geschwächte Immunsystems eines Rauchers ist dieser Aufgabe indes nicht so gut gewachsen – die Gefahr von Komplikationen an der Eingriffsstelle kurz nach der Operation steigt also.

Außerdem braucht es für die Wundheilung sowie die Gewebeverfestigung sehr viele Körperbausteine und eine sauerstoffreiche, intakte Durchblutung. Auch diese Faktoren sind bei Rauchern, wie schon erläutert, kritisch herabgesetzt. Und wiederum gilt: Jeder weitere Zug aus der Zigarette steigert die Probleme noch. Schließlich gelangen die Giftstoffe bei einem frisch eingesetzten Zahnimplantat direkt und ohne weitere Barrieren zum Ort des Geschehens.

Im „günstigsten“ Fall müssen Sie – sollten Sie insbesondere in der Einheilungsphase zur Zigarette greifen – „nur“ damit rechnen, dass die Einheilungsphase aufgrund einer verzögerten Wundheilung länger dauert. Das wiederum bedeutet jedoch, dass Sie länger warten müssen, bis Sie Ihren endgültigen Zahnersatz eingesetzt bekommen und wieder ein normales Leben ohne ständige Zahnarztbesuche und Provisorium führen können.

Im schlimmsten Fall scheitert die Einheilung – etwa, weil das Gewebe nicht fest genug zugewachsen ist oder es an Stabilität durch Nikotin-verursachten Calciummangel fehlt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Wundheilung nicht nur verzögert ist, sondern sogar vollständig versagt. Dann sind schwerwiegende Entzündungen möglich, bei denen Ihr Zahnarzt keine andere Wahl hat, als das Implantat wieder zu entfernen.

Zwar bestünde unter Umständen bei entsprechenden Gegenmaßnahmen durchaus noch die Chance, einen zweiten Anlauf zu wagen. Aber dieser kostet enorm viel Zeit, enorm viel Geld und der gesamte Prozess würde häufig auch noch um Schritte wie einen Knochenaufbau ergänzt werden müssen.

Das Problem für viele Raucher in der Einheilungsphase ist, dass sie die Situation schnell falsch beurteilen. Denn Patienten fühlen sich meist nach kurzer Zeit wieder relativ normal – insbesondere, wenn die oberen Wunden geschlossen sind. Dann kehrt mitunter schnell der Alltag zurück. Und dazu gehört oft auch die Zigarette. In der Tiefe leistet der Körper jetzt jedoch die Schwerstarbeit, die Sie durch Rauchen nicht nur behindern, sondern sogar gefährden können.

Aber auch, nachdem Sie alle Behandlungsschritte für das Zahnimplantat hinter sich haben und sich voll und ganz Ihrem Alltag widmen können, ist die Gefahr durch Glimmstängel noch längst nicht gebannt.

Es reicht leider nicht, nur während der Einheilungsphase auf das Rauchen zu verzichten. Denn ein Zahnimplantat bleibt immer ein Risikopotential für die Mundgesundheit – und das liegt in der speziellen Natur des Aufbaus.

 

Rauchen und Periimplantitis – Die Langzeitgefahren für Ihr Zahnimplantat

 

Analog zum Parodontitis-Risiko bei rauchenden Patienten ist auch das Risiko für eine Periimplantitis bei rauchenden Trägern eines Zahnimplantats ungleich höher. Periimplantitis ist der medizinische Fachbegriff für eine tiefe und fortschreitende Entzündung des Zahnfleisches rund um ein Implantat. Sie ist damit der Parodontitis sehr ähnlich, wird aber durch die speziellen Eigenschaften des Zahnersatzes begünstigt und definiert.

Unbehandelt kann sich auch diese Erkrankung bis zum Kieferknochen ausweiten und dort zu Knochenabbau führen. Dass dies unweigerlich zum Verlust eines Zahnimplantats führen könnte, leuchtet ein.

Perfide an dieser Periimplantitis ist genauso wie bei der Parodontitis, dass sie in einigen Fällen unerkannt bleiben kann, bis die Zeit für Gegenmaßnahmen (fast) abgelaufen ist. Die relativ harmlose Vorstufe heißt hier allerdings Mukositis.

Auch sie ist eine Entzündung des weichen Zahnfleischs und geht mit typischen Symptomen wie (leichten) Schwellungen, Rötungen und Druckempfindlichkeit einher. Dabei besteht ebenso schnell die Gefahr, dass die Mukositis als harmlose Reizung missverstanden wird, die von allein wieder abklingen kann – selbst, wenn sie nicht mit Hausmittelchen bekämpft wird.

Ist die Mukositis vorbei, heißt dies aber noch lange nicht, dass die Periimplantitis in der Tiefe des Gewebes nicht bereits eingesetzt hat. Denn die oberflächlichen Wunden durch die Mukositis sind nun einmal das perfekte Einfallstor für die Krankheitserreger in die Tiefe des Gewebes.

Ein Zahnimplantat macht es dabei den Bakterien durchaus leichter als eine natürliche Zahnwurzel. Gerade in der Einheilungsphase des Implantats ist der Weg für die Bakterien wesentlich weiter und länger offen als bei einer kleinen Verletzung während einer Gingivitis. Aber auch nach dem Einheilen steigt die Chance, dass sich eine kleine Irritation des umgebenden Gewebes zu etwas Gefährlicherem auswächst, eben weil die Wundheilung in jedem Fall verzögert ist.

Außerdem hat die künstliche Zahnwurzel in Form der Titanschraube eine rauere Oberfläche als die natürliche Zahnoberfläche. Darauf können Bakterienbeläge wesentlich besser haften. Drittens fehlt direkt um das Implantat ein sogenannter Faserapparat, der bei natürlichen Zähnen mit Abwehrzellen bestückt ist, die die Bakterientätigkeit einschränken können.

Gesellt sich zu diesem Dreiklang aus Gefahren für das Zahnimplantat nun auch noch der Griff zur Zigarette, beschleunigt sich der Teufelskreis ins Unendliche. Einerseits steigt die Chance, dass Sie an einer Mukositis erkranken. Diese kann wiederum schwieriger vom Körper bekämpft werden und damit einfacher und schneller zu einer Periimplantitis führen. Außerdem ist das Immunsystem insgesamt weniger in der Lage, dem Bakterienbefall Herr zu werden und mögliche drastische Folgen – wie eben den Knochenabbau – zu verhindern.

Zusätzlich stehen Sie vor dem Problem, dass eventuelle Gegenmaßnahmen, die Ihr Zahnarzt in Koblenz ergreift, nicht den gleichen Effekt wie bei Nichtrauchern haben können – selbst wenn Sie regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen und Anzeichen für Erkrankungen rund um das Implantat frühzeitig erkennen und bekämpfen.

Denn auch der beste Zahnarzt kann dem Körper durch eine antibakterielle Reinigung, Antibiotika und Glätten der Schraubenoberfläche nur helfen, sich selbst zu heilen. Den Hauptteil muss immer noch das Immunsystem erledigen.

Ist dieses dauerhaft durch die Folgen des Rauchens geschwächt, sind Gegenmaßnahmen erstens oft nicht so erfolgreich und zweitens beginnt der Kreislauf aus Bakterienbefall, geschwächtem Immunsystem und Krankheitsbildern immer wieder und schneller von vorn. Wird hier einmal der rechte Zeitpunkt verpasst, stehen die Chancen leider nur zu gut, dass sich das Implantat lockert und am Ende entfernt werden muss.

 

Wie hoch ist die Gefahr von Rauchen für das Zahnimplantat wirklich?

 

Selbst bei ansonsten ausnehmend gesunden Patienten, die noch nie mit einer tiefgreifenden Zahnerkrankung zu tun hatten, erhöht das Rauchen die Gefahr, in den nächsten zehn Jahren an einer Periimplantitis zu erkranken, um das Zehnfache. Zu diesem Schluss kam jüngst eine klinische Studie der Berliner Charité.

Die Ausmaße dieses Befunds zeigen sich insbesondere, wenn Sie bedenken, dass ein umsichtig versorgtes Zahnimplantat, das von erfahren Zahnmedizinern eingesetzt wurde, im Normalfall eine ähnliche Lebensdauer wie gesunde natürliche Zähne erreicht. Und dabei reden wir eben nicht von zehn Jahren, sondern von mehreren Jahrzehnten. Auch dazu haben wir für Sie weitere Informationen unter dem Titel Zahnersatz mit Weitblick parat.

Die Universität Manchester kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Hier verloren rauchende Implantatträger innerhalb von fünf Jahren nach dem Einsetzen doppelt so häufig ihren Zahnersatz wie die nichtrauchende Vergleichsgruppe.

Ein Risikofaktor, den auch die Studien ausgemacht haben, ist dabei die mangelnde Durchblutung, die als typisches Rauchersymptom gilt. Daraus folgt, das notwendige Gewebepartien nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und allen Nährstoffen versorgt werden und damit in ihrer Substanz geschwächt sind.

Wiederum gilt: schwächeres Gewebe im Zusammenspiel mit einem weniger aktiven Immunsystem resultiert in einem deutlich erhöhten Erkrankungspotential der Raucher, welches durch die besonderen Eigenschaften eines Zahnimplantats noch verstärkt wird.

Ähnlich alarmierend sind auch die Risiken für andere Erkrankungen, die das Entstehen von Problemen am Zahnimplantat begünstigen können. Insbesondere aufgrund der schlechten Durchblutung ist die Chance auf eine Parodontitis und andere Erkrankungen des Halteapparats um das Siebenfache erhöht. Keine guten Aussichten, oder?