Ein modernes Zahnimplantat ähnelt Ihren natürlichen Zähnen in mehr als einer Hinsicht. Es ist stabil, ästhetisch ansprechend und langlebig. Doch leider ist es wie Ihre eigenen Zähne auch anfällig für Erkrankungen. Wir erklären Ihnen hier, wie es zu einer Entzündung am Zahnimplantat – der sogenannten Periimplantitis – kommen kann und warum sie ausgerechnet am Zahnimplantat entsteht. Außerdem zeigen wir Ihnen wichtige Risikofaktoren, Verhaltensweisen und geben Tipps, wie Sie dafür sorgen können, die Gefahr einer Entzündung am Zahnimplantat zu minimieren.

1.     Mit einer Entzündung am Zahnimplantat ist nicht zu spaßen

Eine Periimplantitis ist eine tiefe und fortschreitende Entzündung des Zahnfleischs, die rund um das Zahnimplantat auftreten kann. Gefährlich daran ist, dass sie sich bis zum Kieferknochen ausbreitet und dort für irreversiblen Knochenabbau verantwortlich ist. Greifen Zahnärzte hier nicht frühzeitig ein, droht der Verlust des Zahnimplantats.

In ihren Ursachen, ihren Symptomen, dem Verlauf und der Folgenschwere ähnelt die Periimplantitis stark der Parodontitis. Auch diese Erkrankung am natürlichen Zahn kann bis zum irreversiblen Knochenabbau führen, wenn sie unbehandelt bleibt.

Allerdings verlangt die Entzündung am Zahnimplantat eine andere Therapie, in deren Mittelpunkt auch das Zahnimplantat steht, also die Titanschraube, die für die Verankerung des Zahnersatzes sorgt.

In ihrem frühen Stadium äußert sich die Periimplantitis oft als sogenannte Mukositis, die das weiche Zahnfleischgewebe befällt und typische Entzündungssymptome wie Schwellungen, Rötungen und leichte Druckempfindlichkeit hervorrufen kann.

Diese Symptome sind zwar mitunter unangenehm, doch werden sie von Patienten schnell einmal als simple Zahnfleischreizung eingeschätzt und mit Hausmitteln behandelt oder weitestgehend ignoriert. Denn nicht immer muss eine Mukositis wirkliche Probleme verursachen.

Die Mukositis kann tatsächlich wieder abklingen, während in der Tiefe die Periimplantitis bereits ihr zerstörerisches Werk begonnen hat. Dabei ist es sogar möglich, dass die Periimplantitis lange Zeit symptomfrei oder nur mit sehr leichten Irritationen verläuft.

Genau darin liegt die Gefahr. Denn wichtig ist es, die Periimplantitis möglichst frühzeitig zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten, auch wenn sich die spürbaren Beschwerden (zunächst) in Grenzen halten. Sonst sind die Folgen für Ihre Zahngesundheit, Ihr Zahnimplantat und die Lebensqualität erheblich.

2.     Ein Zahnimplantat macht es Bakterien leichter

Wie die meisten Erkrankungen an Zahn und Halteapparat ist eine Periimplantitis eine Folge der aggressiven Bakterienbeläge, die sich im Mund vermehren und für Entzündungsreaktionen sorgen. Finden diese Bakterien am Zahnfleisch oder Zahn einen Weg ins Innere, arbeiten sie sich immer weiter vor, vermehren sich in der Tiefe und veranlassen den Körper zu drastischen Abwehrmaßnahmen.

Bei einer Parodontitis finden die Bakterien ihren Weg nach innen über den entzündeten Übergang zwischen Zahnfleisch und Zahnhals. Bei einer Periimplantitis bzw. der vorhergehenden Mukositis ist dies ähnlich, hier ist das gereizte Gewebe rund um den Übergang zwischen Titaneinsatz und Zahnfleisch das Einfallstor.

Besonders gefährdet sind Patienten dabei in der sogenannten Einheilungsphase, in der die Titanschraube über einen gewissen Zeitraum hinweg fest mit dem Kiefer verwachsen muss. Direkt nach dem chirurgischen Eingriff ist das Gewebe um die Schraube besonders durchlässig für Bakterien und durch die mechanische Einwirkung bis zu einem gewissen Punkt gereizt.

Zusätzlich ist die Titanschraube als künstliche Zahnwurzel anders aufgebaut als das natürliche Pendant. Die Oberfläche ist rauer und bietet damit grundsätzlich eine bessere Haftunterlage für die Bakterien, die sich dann noch schneller vermehren können.

Außerdem fehlt um die künstliche Zahnwurzel ein Faserapparat, der bei einem natürlichen Zahn voller einsatzbereiter Abwehrzellen steckt. Dieser natürliche Schutzschild, der eine Erkrankung durch Bakterienbefall bekämpfen kann, ist bei einem Zahnimplantat wesentlich durchlässiger.

All dies bedeutet indes nicht, dass Sie der Gefahr Periimplantitis vollkommen schutzlos ausgesetzt sind. Sie müssen sich nur darüber bewusst sein, dass jeder Schritt gegen den Bakterienbefall in diesem Fall noch gründlicher erfolgen sollte.

3.     Wackelt das Zahnimplantat, ist schon alles zu spät!

Beginnt das Zahnimplantat zu wackeln, ist es eigentlich schon zu spät. Denn dann ist die Knochensubstanz bereits so weit abgebaut, dass diese die Schraube nicht mehr halten kann.

Dieses Worst Case-Szenario beschreiben wir deshalb so drastisch, weil eine Periimplantitis über sehr lange Zeit unbemerkt fortschreiten kann. Das passiert allerdings nur, wenn Patienten Vorsorge- oder Kontrolltermine nicht einhalten und Warnzeichen – wie die Mukositits – nicht ernst genug nehmen.

Ähnlich wie bei Erkrankungen der Zahnwurzel kommt bei einer unbehandelten Periimplantitis vor dem Wackeln allerdings meist irgendwann der Punkt, an dem die Entzündungsflüssigkeit, also der Eiter, überhandnimmt. Dann entsteht eine akute Entzündungsreaktion, die heftige Schmerzen, Schwellungen, Rötungen und Blutungen nach sich zieht.

4.     Ein schwaches Immunsystem kann eine Entzündung am Zahnimplantat begünstigen

Die Aggressivität der Bakterien, die relative Schutzlosigkeit des Gewebes in der Implantatumgebung sowie die Herausforderungen der Einheilungsphase sorgen dafür, dass Ihr Immunsystem viel leisten muss, um die Gefahr abzuwehren und einzudämmen.

Das heißt leider auch, dass gewisse Erkrankungen, bei denen das Immunsystem geschwächt ist, die Entstehung einer Periimplantitis begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel Diabetes oder Osteoporose.

Auch Medikamente wie sogenannte Immunsuppresiva, die zum Beispiel bei Rheuma, Multipler Sklerose oder schwerem Asthma eingesetzt werden, sollen eine Überreaktion des Körpers verhindern. Und das ist gleichbedeutend mit einer Schwächung der Abwehrmechanismen.

Zusätzlich gehören Patienten, die eine parodontale Vorgeschichte haben oder an einer bisher unerkannten Parodontitis erkrankt sind, ebenfalls zur Risikogruppe.

Das bedeutet nicht, dass diese Patienten von vornerein von einem Zahnimplantat absehen müssen. Diese bewerten wir in Absprache mit Ihren Ärzten im Einzelfall. Es bedeutet nur, dass Sie dieser Umstand dazu zwingt, bei der Vorsorge gegen Periimplantitis noch umsichtiger ans Werk zu gehen.

5.     Rauchen ist ein starker Risikofaktor

Rauchen wirkt sich nicht nur negativ auf den Körper aus, es reduziert auch die Langlebigkeit des Implantats an sich. Darüber hinaus hat eine klinische Studie der Charité festgehalten, dass Raucher mit einem Zahnimplantat eine zehnmal höhere Chance haben, in den nächsten zehn Jahren an einer Periimplantitis zu erkranken.

Das liegt unter anderem daran, dass die Durchblutung bei starken Rauchern besonders leidet. So werden einzelnen Körperpartien nicht mit allen notwendigen Nährstoffen zur Aufrechterhaltung einer gesunden Gewebefunktion versorgt.

Darum fehlt neben der mechanischen Stabilität auch die optimale Versorgung mit Abwehrzellen. Im Zusammenspiel mit der ohnehin speziellen Situation um das Implantat ist die Potenzierung des Erkrankungsrisikos also nicht weiter verwunderlich. Sparen Sie sich lieber den Glimmstängel.

6.     Kontrolle ist eine optimale Vorsorge gegen eine Periimplantitis

Nach all den Warnungen und Horrorszenarien kommen wir nun zu einem erfreulichen Fakt: Mit einer engmaschigen Kontrolle können Sie die Gefahr einer Periimplantitis erheblich minimieren. Ein Zahnimplantat ist immer ein Eingriff in den Körper, den wir als Zahnärzte und Sie als Patient sicher nicht auf die leichte Schulter nehmen. Als erfahrene Implantologen kontrollieren wir in jedem Termin – insbesondere in der Einheilungsphase des Implantats – den Heilungsfortschritt und haben ein untrügliches Gespür für allererste Anzeichen einer bakteriellen Infektion rund um das Zahnimplantat.

Außerdem wird das Implantat in diesen Sitzungen professionell von bakteriellen Belägen gereinigt und wir führen Röntgenuntersuchungen durch, mit denen wir den Kieferzustand bzw. die Implantatheilung in der Tiefe beurteilen können.

7.     Ohne Mundhygiene geht nichts!

Alles beginnt mit einer umfassenden und optimalen Mundhygiene. Das gilt besonders, wenn Sie ein Zahnimplantat tragen. Dabei sollten Sie nicht nur zuhause Ihre Zähne täglich umfassend pflegen, sondern auch regelmäßige Prophylaxe-Termine zur professionellen Zahnreinigung bei dental-fit in Anspruch nehmen.

Besonders zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang auch die Solo Prophylaxe. Diese neue Art des Zähneputzens nimmt die Zahnzwischenräume in den Fokus, in denen die meisten krankheitsverursachenden Bakterien sitzen. Mit speziell angepassten Solo Stix bearbeiten Sie jeden Zahn einzeln – auch das Zahnimplantat.

Dadurch tragen Sie langfristig zu einem wesentlich geringeren Risiko für Zahnerkrankungen bei und müssen nur noch einmal täglich Zähne putzen. Wie das funktioniert, erklären wir Ihnen gerne in einem Prophylaxe-Termin. Erste Tipps und Infos finden Sie im Ratgeber Solo Prophylaxe.

8.     Die schnelle Behandlung einer Entzündung am Zahnimplantat ist erfolgsversprechend

Wie bei praktisch allen typischen Zahnerkrankungen ist die schnellstmögliche Eindämmung des Bakterienbefalls auch bei einer Periimplantitis eines der obersten Gebote. Und je schneller wir als Zahnärzte hier tätig werden, desto größer sind die Erfolgsaussichten.

Bei einer Mukositis reicht es meist, das Implantat oberflächlich von Bakterien zu befreien und Sie mit speziellen Spüllösungen oder ggf. Antibiotika zu behandeln. Die Heilungschancen sind hier ausnehmend gut, es drohen auch keine Folgeschäden. Wichtig ist dann nur, diesen Erfolg auch regelmäßig zu kontrollieren und mit guter Mundhygiene und einer professionellen Zahnreinigung weiterhin für ein sauberes Implantat zu sorgen.

Bei einer Periimplantitis müssen wir entschiedenere Maßnahmen ergreifen. Auch diese bemessen sich nach der Schwere der Entzündung und es gibt verschiedene Herangehensweisen.

Freiliegende Implantatteile werden geglättet, um den Bakterien die Haftungsgrundlage zu entziehen. Um das Implantat in der Tiefe gegen Bakterien abzudichten, muss das Bindegewebe mitunter operativ verstärkt werden. Eine zusätzliche Reinigung des Implantats erfolgt auch hier.

Sollte der Knochenabbau bereits eingesetzt haben, kann ein chirurgischer Eingriff diese verlorene Substanz mit speziellem Knochenmaterial ersetzen. Dies funktioniert ähnlich wie bei der Vorbereitung für ein Zahnimplantat, bei der in manchen Fällen ein vorhergehender Knochenaufbau stattfinden muss. Auch in diesem Fall ist die gründliche Reinigung des Implantats selbst ein wichtiger Schritt.

Natürlich sind all diese Behandlungen nur dann sinnvoll, wenn wir auch gleichzeitig andere Risikofaktoren, wie etwa durch eine Parodontitis, ausschalten. Nur in schweren Ausnahmefällen müssen wir das Zahnimplantat wieder entfernen, weil es einfach keine verantwortungsvolle medizinische Möglichkeit gibt, es zu erhalten. Doch soweit soll es natürlich nicht erst kommen.

9.     Modernste Implantologie minimiert die Risiken

Als erfahrene Zahnarztpraxis in Koblenz ist dental-fit Ihr vertrauenswürdiger Anlaufpunkt für alle zahnärztlichen Behandlungen. Gerade bei einem Zahnimplantat sind Sorgfalt und Voraussicht in der Planung und Umsetzung wichtige Voraussetzungen.

Wir planen unsere Zahnimplantate mit den modernsten Methoden und setzen zum Beispiel auf die digitale Erfassung Ihrer Kiefersituation. Darauf aufbauend planen wir die Eingriffe und legen alle Schritte schon vorher zielgenau fest.

Das hat einen großen Vorteil: Das Implantat wird von Anfang an ohne übermäßige mechanische Beanspruchung an der richtigen Stelle im Kiefer positioniert. Das ist enorm wichtig, denn mit jeder nötigen Korrektur oder einem falschen Sitz würde das Risiko steigen, dass Bakterien an der Wundstelle eindringen können. Die gleiche Sorgfalt legen wir beim Aufbau des sichtbaren Zahnersatzes zugrunde, damit Sie die Krone später gründlich reinigen können, keine konstanten Druckstellen entstehen usw.

Ein erfahrener Implantologe zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass er auch in den Kontrollterminen ein scharfes Auge für kleinste Anzeichen einer Entzündung oder Irritation hat und sofort angemessen handelt. Auch in diesem Punkt können Sie sich auf unsere Professionalität und Expertise verlassen.

Die Periimplantitis als Entzündung am Zahnimplantat – Ein Überblick

WESEN

  • tiefe und fortschreitende Entzündung des Zahnfleischs rund um das Zahnimplantat
  • führt unbehandelt zu irreversiblem Knochenabbau und Implantatverlust
  • ähnelt stark einer Parodontitis

URSACHE

  • Bakterien, die durch das Gewebe rund um das Implantat in den Körper vordringen
  • Begünstigt durch mangelnde Mundhygiene, nicht erfolgte Kontrolle und/oder stark erhöhte Risikofaktoren

VERLAUF

  • Vorstufe Mukositis als oberflächliche Entzündung des weichen Zahnfleischgewebes
  • Schneller als bei Parodontitis aufgrund der Natur des Implantats

SYMPTOME

  • Mukositis: zum Beispiel Mundgeruch, Zahnfleischbluten, leichter Berührungsschmerz am Implantatrand
  • Periimplantitis: Kieferschmerzen, Schwellungen, akute Entzündungssymptome mit Eiterbildung, Endstufe wackliges Implantat
  • Achtung! Eine Mukositis bzw. beginnende Periimplantitis kann auch vollkommen beschwerdefrei verlaufen!

Risikofaktoren

  • Unzureichende Mundhygiene, Prophylaxe & Nachsorge
  • Erkrankungen wie Diabetes und Osteoporose
  • Das Immunsystem beeinflussende Medikamente
  • unbehandelte Parodontose oder parodontale Vorgeschichte
  • Rauchen

VORSORGE

  • Regelmäßige und engmaschige Kontrolle des Zahnimplantats insbesondere in der Einheilungsphase
  • Professionelle Zahnreinigung
  • Solo Prophylaxe bzw. umfassende Mundhygiene
  • Röntgenkontrolle
  • Viel Erfahrung mit der Implantologie

Behandlung

  • Je nach Schwere bzw. Krankheitsstadium
  • Reinigung des Implantats
  • Spüllösungen und Antibiotika
  • Bindegewebeverdichtung & Knochenaufbau
  • Im Extremfall: Entfernung des Implantats

Die Erfolgsaussichten einer möglichst frühzeitigen Behandlung sind hervorragend. Und mit dem richtigen Partner für die Implantologie müssen Sie sich um die Periimplantitis weitaus weniger Gedanken machen. Wir bei dental-fit beraten Sie dazu gern persönlich.

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