Viele Menschen leiden unter einer sogenannten Schlafapnoe – unbewussten Atemaussetzern, die für heftiges Schnarchen sorgen und eine Dauerbelastung für den Organismus sind. Mit einer speziellen Scharchschiene können wir Zahnärzte Abhilfe schaffen. Hier erfahren Sie, wie das funktioniert.

Was ist Schlafapnoe?

Auch wenn wir gelernt haben, dass sich die Muskeln im Schlaf entspannen, so gilt dies nicht für den gesamten Körper – sonst würden wir morgens unter Umständen nicht wieder aufwachen. So legt etwa die Muskulatur im Rachen und an der Zunge normalerweise eine Nachtschicht ein, damit die Atemwege geöffnet bleiben und Atemluft ungehindert durch den Rachen strömen kann.

Beim sogenannten obstruktiven Schlafapnoe Syndrom (OSAS) ist dies allerdings nicht der Fall. Hier erschlaffen die Muskeln rund um Zunge und Rachen, während die zentrale Atemmuskulatur – etwa an der Lunge – ungehindert weiter arbeitet.

Daraus entsteht eine problematische Situation: Die zentrale Atemmuskulatur versucht, Luft in die Lungen zu pumpen, was von der Schlundmuskulatur jedoch verhindert wird. Diese liegt schlaff über den Atemwegen und stellt so ein Hindernis dar.

Dadurch entsteht ein Unterdruck, der sich mit jedem (versuchten) Atemzug verstärkt und irgendwann dazu führt, dass die Atmung aussetzt – die zentrale Atemmuskulatur kommt gegen diesen Druck nicht mehr an.

Diese Aussetzer sind meist sehr kurz, versetzen das Gehirn und den Organismus jedoch in Alarmbereitschaft – das Gehirn meldet „Achtung, ich drohe zu ersticken“. Dieser Alarmfall führt vor allem dazu, dass Betroffene aus ihrem Tiefschlaf gerissen werden, weil der Körper versucht, krampfartig Luft zu holen.

Weil der Mensch nun also wacher ist, setzt die vorher erschlaffte obere Atemmuskulatur wieder ein, Luft strömt bis in die Lunge, der Alarm wird ausgeschaltet, der Körper sinkt zurück in den Schlaf.

Würde dies nur einmal pro Nacht passieren, wäre die Schlafapnoe als Krankheit bisher sicher nicht bekannt und bliebe wohl auch ohne Auswirkungen. Doch der Kreislauf aus Tiefschlaf – Muskelerschlaffung – Blockade und Unterdruck – Alarmsignal – Wecken – Durchatmen – Einschlafen wird bis zu 600 Mal pro Nacht durchlaufen.

Gerade weil die Atemaussetzer klein sind und der Kreislauf nicht zum vollständigen Aufwachen führt, dauert es meist eine Weile, bis Betroffene bemerken, dass etwas nicht stimmt. Allerdings gibt es einige Anzeichen dafür, die eine Schlafapnoe wahrscheinlich machen.

Die Schnarch-Qualität: Wie erkenne ich eine mögliche Schlafapnoe?

Eines der wichtigsten Signale für eine mögliche Schlafapnoe ist lautes und unregelmäßiges (!) Schnarchen. Das Geräusch entsteht, wenn sich die Atemluft durch die Blockade aus erschlafften Muskeln hindurchpressen muss und dabei das Gewebe in Schwingung versetzt.

Eben weil der Körper versucht, die mangelnde Luftzufuhr auszugleichen, atmet der Schläfer noch tiefer und krampfartiger ein. So wird das Schnarchgeräusch sehr laut. Weil die Atemaussetzer in einem Kreislauf erfolgen, sind auch die Schnarchgeräusche eher unregelmäßig.

Am besten lässt sich der Unterschied im Vergleich zum Schnarchen aufgrund einer verstopften Nase oder einer schiefen Nasenscheidewand beschreiben: In diesen Fällen strömt die Atemluft beständig über ein Hindernis aus Schleim oder Knorpel und erzeugt so bei jedem Atemzug ein Schnarchgeräusch. Dieses ist zudem nicht zwingend laut.

Das Problem bei der (Selbst-)Diagnose einer Schlafapnoe ist indes: Wer alleine schläft, bekommt die Atemaussetzer und das Schnarchen als Warnsignal nicht unbedingt mit. Er kann auch nicht die Geräuschqualität beurteilen. Nur, wenn die Atemaussetzer besonders heftig sind und der Betroffene sich aus zunächst nicht nachvollziehbaren Gründen „selbst weckt“, suchen viele dafür die Ursache.

Aber selbst dann liegt die Schlafapnoe nicht unbedingt auf der Hand. Darum sollten Sie spätestens alarmiert sein, wenn Sie sich dauernd müde, abgeschlagen und unwohl fühlen – und den Rat eines Spezialisten einholen.

Ist doch nur Schnarchen, oder? Was ist an der Schlafapnoe so gefährlich?

Wäre Schnarchen das einzige Problem bei einer Schlafapnoe, würden sich die meisten Patienten wohl nur deswegen bei uns eine Schnarchschiene anpassen lassen, um den Haussegen und die Partnerschaft nicht zu gefährden.

Doch leider ist das Schnarchen nur ein Indikator. Denn vereinfacht gesagt hat Ihr Körper bei Schlafapnoe bis zu 600 Mal pro Nacht das Gefühl zu ersticken und ist dementsprechend bis zu 600 Mal pro Nacht in Alarmbereitschaft.

Damit der Schlaf erholsam ist, muss er die verschiedenen Phasen – vom Einschlafen über REM- und Tiefschlaf bis zum Erwachen – ungestört, nach eigenem Rhythmus und vollständig durchlaufen können. Schon deswegen fühlen wir uns morgens manchmal unausgeschlafen, wenn der Wecker klingelt. Wir haben vielleicht rein zeitlich genug geschlafen, doch rasselt der Wecker mitten in eine Schlafphase, in der „Aufwachen“ eigentlich nicht auf dem Programm steht.

Bei Schlafapnoe klingelt also bis zu 600 Mal pro Nacht ein körperlicher Wecker und bringt damit den Schlafrhythmus nicht nur einmal, sondern ständig aus dem Takt – und das auch noch in jeder Nacht. Diesen Vorgang nennt man respiratorische Arousel und er bedeutet im Endeffekt, dass die Betroffenen keine Nacht mehr so durchschlafen, wie es der Körper eigentlich benötigt.

Und die Folgen dieses chronischen Schlafmangels sind so vielfältig wie gefährlich: Betroffene sind tagsüber ständig müde, fühlen sich abgeschlagen und antriebslos. Außerdem kann es – gerade am Steuer oder bei anderen monotonen Aufgaben – zum gefürchteten Sekundenschlaf kommen. Denn der Körper versucht in seinem Überlebenswillen, sich die mangelnde Erholung wieder zurückzuholen. Und das jederzeit und mit allen Mitteln.

Zudem häufen sich Beschwerden wie morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Gedächtnisstörungen – alles Auswirkungen der mangelnden Erholung, die uns der Schlaf sonst schenkt.

In besonders schweren Fällen wachsen sich diese Symptome auch zu Depressionen und Potenzstörungen aus, sogar Bluthochdruck, Diabetes und Schlaganfälle wurden schon mehrfach auf eine Schlafapnoe zurückgeführt.

Doch soweit muss es natürlich gar nicht erst kommen. Wenn Sie sich ohne erfindliche körperliche und seelische Gründe morgens unerholt fühlen und Faktoren wie Zimmerklima, Matratze, Kissen etc. ausscheiden, kann der Weg zum Arzt helfen, eine Schlafapnoe frühzeitig zu erkennen. Zudem sollten Sie diesen Gang auch antreten, wenn einer oder mehrere Risikofaktoren auf Sie zutreffen.

Brauche ich eine Schnarchschiene? Die Risikofaktoren für eine Schlafapnoe

Männer sind weitaus häufiger von einer Schlafapnoe betroffen als Frauen. Etwa vier Prozent der Männer über 40 erhalten diese Diagnose, nur zwei Prozent der Patienten sind weiblich. Besonders häufig trifft es dabei Menschen mit deutlichem Übergewicht (Adipositas). Auch Diabetespatienten und Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung brauchen unter Umständen eine Schnarchschiene.

In diesen Fällen ist der Körper meist intensiv mit dem Ausgleichen anderer Symptome beschäftigt und damit geschwächt. Das kann sich wiederum in der Muskelschlaffheit der oberen Atemwegsorgane äußern.

Doch auch abseits dieser allumfassenden chronischen Erkrankungen gibt es Risikofaktoren, die Sie kennen sollten. Und Sie müssen wissen, dass nicht jeder Schlafapnoe-Patient die gleiche Intensität und Häufigkeit der Atemaussetzer erlebt. Das heißt jedoch nicht, dass selbst gelegentliche Apnoe-Symptome nicht genauso Stress für den Körper bedeuten. Im Gegenteil.

Bei einer leichteren Erkrankung zeigen sich die Folgen meist schleichend und es fällt den Betroffenen dann noch schwerer, diese Folgen mit einer bestimmten Ursache und der Schlafapnoe selbst in Verbindung zu bringen.

Das gilt zum Beispiel bei vergrößerten Mandeln oder Nasenpolypen, die selbst nicht immer Ärger machen müssen, aber eine Schlafapnoe begünstigen. Selbst Alkohol, Tabakrauch, Beruhigungsmittel und an sich harmlose Atemwegserkrankungen sind dafür bekannt, vereinzelt Symptome einer Schlafapnoe zu erzeugen. Und auch überzeugte Rückenschläfer gehören zur Risikogruppe.

Wenn die Symptome sehr leicht sind und kaum Einfluss auf Ihren Schlaf haben, sprechen HNO Ärzte von einer latenten Schlafapnoe. Diese ist vielleicht noch kein Grund zum Handeln.

Doch wenn krampfartiges Schnarchen und etwa regelmäßiges Einnicken tagsüber zusammenkommen, sollten Sie einen Termin vereinbaren. Und zwar am besten auch bei Ihrem Zahnarzt in Koblenz.

Schlummerhelfer Scharchschiene: Warum gehe ich bei Schlafapnoe zum Zahnarzt?

Der erst Gang im Kampf gegen die Folgen der Schlafapnoe führt sie natürlich zu Ihrem HNO Arzt. Dieser stellt die Diagnose, bewertet die Ursachen und legt die Therapie fest. Und zu dieser Therapie gehört im nächsten Schritt häufig eine Schnarchschiene, die wir Ihnen in unserer Zahnarztpraxis in Koblenz anpassen.

Die Aufgabe dieser Schiene ist so simpel wie weitreichend: Sie sorgt dafür, dass die oberen Atemwege frei bleiben, indem sie Ihren Unterkiefer im Schlaf vorne hält. Diese Position zieht die oberen Atemwegsmuskeln mit sich und hält so den Rachenraum frei. Damit korrigiert die Schnarchschiene zwar nicht das eigentliche Problem – also die Muskelerschlaffung. Sie macht sich jedoch den engen Zusammenhang der einzelnen Kopfpartien zunutze.

Dies können Sie auch einmal selbst ausprobieren: Ziehen Sie Ihre Unterkiefer nach vorne. Bemerken Sie, wie sich der Rachenraum strafft und gleichzeitig gefühlt vergrößert? Damit Sie diese Muskelanstrengung nicht selbst übernehmen müssen, passen wir die Scharchschiene für Sie an.

Wie der Name schon sagt, senkt die Schiene die Schnarchgeräusche erheblich, eben weil die Luft am straffen Gewebe ungehinderter vorbei strömt. So klingen die Geräusche nicht nur ab, sie können sogar ganz aufhören.

Als Zahnärzte in Koblenz ist es unsere Aufgabe, diese Schiene individuell an Ihr Gebiss anzupassen und so für den höchsten Tragekomfort und die besten Therapieerfolge zu sorgen.  Für Sie bedeutet dies nicht nur einen tieferen Schlummer. Sie können mit der Schiene problemlos sprechen, trinken und den Mund öffnen und schließen.

Ist die Schnarch-Schiene die beste Therapie?

Im Kampf gegen die Folgen der Schlafapnoe gibt es noch weitere Therapiemöglichkeiten. Dazu gehört zum Beispiel die Überdruckbeatmung mit einer sogenannten CPAP-Maske. Diese soll mit einem stetigen Luftstrom das erschlaffte Gewebe im Rachen permanent nach oben drücken und so die gleichen Ergebnisse erzielen wie die Schnarch-Schiene.

Allerdings schränkt Sie ein solcher Beatmungsapparat immer ein. Schließlich müssen Sie eine Maske tragen und neben dem ständig laufenden Gerät schlafen. Maske und Apparat sind über einen Schlauch verbunden, der Ihnen das Umdrehen und Einkuscheln nicht gerade leicht macht.

In leichten bis mittelschweren Fällen von Schlafapnoe ist die Schnarchschiene eine gleichwertige, aber komfortablere Therapie. Doch in besonders schweren Fällen wird Ihr Arzt zunächst auf eine CPAP- Maske setzen. Sollten Sie diese nicht vertragen, weil das Schlafen durch die Maske im Alltag zu sehr behindert wird, kann auch in schweren Fällen eine Schnarchschiene sinnvoll sein.

Kann ich neben der Schnarchschiene noch mehr für gesunden Schlummer tun?

Grundsätzlich tragen Sie die Schlafapnoe-Schiene jede Nacht. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase dürften Sie die individuell angepasste und eingestellte Schiene nicht mehr bemerken und können genauso schlafen und leben, wie Sie es gewohnt sind.

Auch wenn Ihr Zahnarzt in Koblenz also ihr wichtigster Partner für eine (wiedergewonnene) Schlafqualität ist, können Sie auch selbst viel dafür tun, die Symptome noch weiter zu verringern und einfach besser zu schlafen.

Dazu gehört zum Beispiel, dass Sie sich das Seitenschlafen angewöhnen und vor allem vorhandenes Übergewicht reduzieren.

Alkohol und Nikotin können Schlafapnoe hervorrufen – also helfen Verzicht bzw. ein maßvoller Umgang Ihnen ebenso weiter.

Nicht zuletzt sollten Sie sich regelmäßige Schlafzeiten angewöhnen. Finden Sie heraus, wann Sie morgens von allein aufwachen, wenn Sie zu einer Zeit x schlafen gehen – und passen Sie dieses Schlafbedürfnis dann an Ihren Tagesablauf an.

So stellen Sie sicher, dass Sie Ihr Wecker nicht aus einer wichtigen Schlafphase herausklingelt, und vielleicht gar nicht mehr nötig wird. Ihre innere Uhr weckt Sie rechtzeitig und natürlich – und Sie fühlen sich wesentlich ausgeruhter.

Wie hilft mir dental-fit weiter?

Als erfahrene Zahnärzte in Koblenz beraten wir Sie gern rund um alle Fragen zur Schnarch-Schiene. Wichtig ist jedoch in jedem Fall, dass Sie das Risiko Schlafapnoe erst einmal erkennen und die Schwere sowie Therapiefragen mit einem Schlafmediziner (HNO, Lungenfacharzt, ggf. Internisten) abklären. Wie es dann weitergeht, erläutern wir Ihnen natürlich persönlich und umfassend.

Ihre Zahnarztpraxis in Koblenz